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Die Überzeugungstäterinnen

Der Auslandsjournalismus verändert sich rasant. Wer heute aus fernen Ländern berichten will, muss nicht mehr Korrespondent wer- den. Es geht auch auf eige- ne Faust, wie drei Reporte- rinnen zeigen. Hat dieses Modell Zukunft?

Als das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos brannte, sagte Franziska Grillmeier viele Aufträge ab. Während Medien aus ganz Europa Journalistinnen und Journalisten nach Griechenland schickten, wollte die freie Auslandsreporterin erst einmal alle Men- schen, die sie im Lager kannte, wiederfin- den. „Ich war 18, 19, 20 Stunden auf den Beinen – zum Schreiben kam ich aber nur spätnachts“, erinnert sich Grillmeier. Seit drei Jahren lebt die Deutsche auf Lesbos. Aus einer mehrwöchigen Recherchereise wurde ein verlängerter Aufenthalt, wurde ein Winter, wurde eine neue Heimat.

Sie ist eine von zahllosen Auslandsreporterinnen, die auf eigene Faust in die Ferne aufgebrochen sind, um von einem festen Standort aus oder aus einer Welt- region zu berichten. Vorbei sind die Zei- ten, in denen man jahrelang intern um die eine verfügbare Korrespondenten- stelle im Wunschland kämpfen musste, nur um dann in der letzten Runde raus- zufliegen und wieder einige Jahre auf die nächste Chance zu warten. 

 

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Schweizer Journalist:in, 01. Juli 2021